Bava Metzia 120

Kapitel 120

א משום דקא מרווח לתרעא:
1 Weil er den Marktpreis herabdrückt.
ב ולא יבור את הגריסין דברי אבא שאול וחכמים מתירין וכו': מאן חכמים רבי אחא דתניא רבי אחא מתיר בדבר הנראה:
2 M<small>AN DARF KEINE</small> G<small>RAUPEN VERLESEN – SO</small> A<small>BBA</small> Š<small>AUL; DIE</small> W<small>EISEN ERLAUBEN DIES &amp;C</small>. Wer sind die Weisen? – Es ist R. Aḥa, denn es wird gelehrt: R. Aḥa erlaubt dies, wenn es zu merken ist.
ג אין מפרכסין לא את האדם וכו' ולא את הכלים: ת"ר אין משרבטין את הבהמה ואין נופחין בקרביים ואין. שורין את הבשר במים מאי אין משרבטין הכא תרגמו מיא דחיזרא זעירי אמר רב כהנא מזקפתא
3 M<small>AN DARF WEDER</small> M<small>ENSCHEN</small> [<small>NOCH</small> T<small>IERE</small>] <small>NOCH</small> G<small>ERÄTE AUFPUTZEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Man darf ein Tier nicht aufputzen, die Eingeweide nicht aufblasen, und das Fleisch nicht in Wasser weichen. Was heißt aufputzen? – Hier erklärten sie: durch Kleienwasser; Zee͑ri erklärte im Namen R. Kahanas: durch einen Striegel.
ד שמואל שרא למרמא תומי לסרבלא רב יהודה שרא לכסכוסי קרמי רבה שרא למידק צרדי רבא שרא לצלומי גירי רב פפא בר שמואל שרא לצלומי דיקולי והא אנן תנן אין מפרכסין לא את האדם ולא את הבהמה ולא את הכלים לא קשיא הא בחדתי הא בעתיקי
4 Šemuél erlaubte, Fransen an ein Obergewand anzubringen. R. Jehuda erlaubte, Stoffe zu glätten. Raba erlaubte, Weißzeug zu mangeln. Rabba erlaubte, Pfeile zu bemalen. R. Papa b. Šemuél erlaubte, Körbe zu bemalen. – Wir haben ja aber gelernt, man dürfe weder Menschen noch Tiere noch Geräte aufputzen!? – Das ist kein Einwand; eines gilt von neuen und eines gilt von allen. –
ה פירכוס דאדם מאי היא כי הא דההוא עבדא סבא דאזל צבעיה לרישיה ולדיקניה אתא לקמיה דרבא אמר ליה זיבנן אמר ליה יהיו עניים בני ביתך
5 Welches Aufputzen gibt es bei einem Menschen? – Wie in folgendem Falle. Einst färbte sich ein alter Sklave sein Haupthaar und seinen Bart, kam zu Raba und sprach zu ihm: Kaufe mich. Dieser aber erwiderte ihm: Es sollen Arme deine Hausgenossen sein.
ו אתא לקמיה דרב פפא בר שמואל זבניה יומא חד א"ל אשקיין מיא אזל חווריה לרישיה ולדיקניה א"ל חזי דאנא קשיש מאבוך קרי אנפשיה (משלי יא, ח) צדיק מצרה נחלץ ויבא אחר תחתיו:
6 Darauf kam er zu R. Papa b. Šemuél, und dieser kaufte ihn. Eines Tages sprach er zu ihm: [Reiche mir] Wasser zum Trinken, Da ging er und wusch sich das Haupthaar und den Bart, dann sprach er zu ihm: Siehe, ich bin älter als dein Vater. Da las jener über sich:<i>Der Fromme wird aus der Not gerettet, und es kommt ein anderer</i><i>an seine Stelle</i>.
ז <br><br><big><strong>הדרן עלך הזהב</strong></big><br><br>
7 
ח מתני׳ <big><strong>איזהו</strong></big> נשך ואיזהו תרבית
8 <b>W</b>AS <small>HEISST</small> Z<small>INS UND WAS HEISST</small> W<small>UCHER</small>?
ט איזהו נשך המלוה סלע בה' דינרין סאתים חטין בשלש אסור מפני שהוא נושך
9 W<small>ENN JEMAND EINEN SELA͑</small> <small>GEGEN FÜNF</small> D<small>ENARE ODER ZWEI</small> S<small>EA͑</small> W<small>EIZEN GEGEN DREI VERBORGT; DIES IST VERBOTEN, WEIL ER</small> Z<small>INS NIMMT</small>.
י ואיזהו תרבית המרבה בפירות כיצד לקח הימנו חטין בדינר זהב הכור וכן השער עמדו חטין בל' דינרין
10 W<small>UCHER DAGEGEN HEISST ES, WENN JEMAND AN</small> F<small>RÜCHTEN EINEN</small> G<small>EWINN ERZIELT; ZUM</small> B<small>EISPIEL: WENN JEMAND VON EINEM</small> W<small>EIZEN ZUM</small> P<small>REISE VON EINEM</small> G<small>OLDDENAR FÜR DAS</small> K<small>OR GERAUFT HAT, UND DIES DER</small> M<small>ARKTPREIS WAR, UND ALS SPÄTEER DER</small> W<small>EIZEN AUF DREISSIG</small> [S<small>ILBER</small>]<small>DENAR</small> <small>GESTIEGEN WAR, </small>
יא אמר לו תן לי חטיי שאני רוצה למוכרן וליקח בהן יין אמר לו הרי חטיך עשויות עלי בשלשים והרי לך אצלי בהן יין ויין אין לו:
11 ER ZU IHM SAGT: GIB MIR MEINEN W<small>EIZEN, DENN ICH WILL IHN VERKAUFEN UND DAFÜR</small> W<small>EIN KAUFEN, UND DIESER IHM ERWIDERT: DEIN</small> W<small>EIZEN SEI DIR BEI MIR FÜR DREISSIG ANGERECHNET UND DU HAST NUN BEI MIR DAFÜR</small> W<small>EIN, WÄHREND ER GAR KEINEN</small> W<small>EIN HAT</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> מדשביק לריבית דאורייתא וקא מפרש דרבנן מכלל דאורייתא דנשך ותרבית חדא מלתא היא והא קראי כתיבי נשך כסף וריבית אוכל
12 GEMARA. Wenn er den in der Tora [genannten] Zins läßt und den rabbanitischen erörtert, so ist ja zu entnehmen, daß nach der Tora Zins und Wucher dasselbe seien, während doch vom Zins beim Gelde und vom Wucher bei Nahrungsmitteln zwei verschiedene Schriftverse geschrieben stehen!? –
יג ותיסברא דאיכא נשך בלא תרבית ותרבית בלא נשך נשך בלא תרבית היכי דמי
13 Glaubst du etwa, daß es Zins ohne Wucher und Wucher ohne Zins gebe!? Zins ohne Wucher wohl in dem Falle,
יד אי דאוזפיה מאה במאה ועשרים מעיקרא קיימי מאה בדנקא ולבסוף קיימי מאה ועשרים בדנקא נשך איכא דקא נכית ליה דקא שקיל מיניה מידי דלא יהיב ותרבית ליכא דלית ליה רווחא דדנקא אוזפיה ודנקא קא. שקיל מיניה
14 wenn er ihm hundert [Peruṭas] gegen hundertundzwanzig geborgt hat, und anfangs hundert im Sechstel und später hundertundzwanzig im Sechstel gingen; Zins ist hierbei vorhanden, denn er bezinstihn, indem er von ihm etwas nimmt, das er ihm nicht gegeben hat; Wucher aber nicht, da er nichts verdient, denn er hat ihm ein Sechstel geborgt und ein Sechstel zurückerhalten.
טו סוף סוף אי בתר מעיקרא אזלת הרי נשך והרי תרבית אי בתר בסוף אזלת לא נשך איכא ולא תרבית איכא
15 In Wirklichkeit aber ist ja hierbei, wenn du dich nach dem Anfangerichtest, sowohl Zins als auch Wucher, und wenn du dich nach dem Schlusserichtest, weder Zins noch Wucher vorhanden.
טז ותו תרבית בלא נשך היכי דמי אי דאוזיף מאה במאה מעיקרא קיימי מאה בדנקא ולבסוף מאה בחומשא
16 Wucher ohne Zins wohl in dem Falle, wenn er ihm hundert gegen hundert geborgt hat, und anfangs hundert im Sechstel und später hundert im Fünftel gingen.
יז אי בתר מעיקרא אזלת לא נשך איכא ולא תרבית איכא אי בתר סוף אזלת הרי נשך והרי תרבית
17 Aber hierbei ist ebenfalls, wenn du dich nach dem Anfange richtest, weder Zins noch Wucher, und wenn du dich nach dem Schlüsse richtest, sowohl Zins als auch Wucher vorhanden.
יח אלא אמר רבא אי אתה מוצא לא נשך בלא תרבית ולא תרבית בלא נשך ולא חלקן הכתוב אלא לעבור עליו בשני לאוין
18 Vielmehr, erklärte Raba, du findest weder Zins ohne Wucher, noch Wucher ohne Zins; die Schrift hat sie nur deshalb geteilt, damit man dieserhalb zwei Verbote übertritt.
יט ת"ר (ויקרא כה, לז) את כספך לא תתן לו בנשך ובמרבית לא תתן אכלך אין לי אלא נשך בכסף וריבית באוכל נשך באוכל מנין ת"ל (דברים כג, כ) נשך אוכל ריבית בכסף מנין תלמוד לומר נשך כסף
19 Die Rabbanan lehrten:<i>Du darfst ihm nicht geben dein Geld auf Zins, und um Wucher deine Nahrungsmittel nicht geben</i>; ich weiß dies nur vom Zins beim Gelde und vom Wucher bei Nahrungsmitteln, woher dies vom Zins bei Nahrungsmitteln? Es heißt:<i>Zins von Nahrungsmitteln</i>. Woher dies vom Wucher beim Gelde? Es heißt:<i>Zins von Geld</i>,